Großstadtflair und unendliche Weiten

von Mareike,  28.10-31.10.2017

Unsere letzten zwei Tage in Neuseeland waren noch einmal etwas ganz Besonderes für uns. Über Airbnb hatten wir ein hübsches Zimmer in der Nähe des Flughafens gemietet und wollten uns ein wenig organisatorisch auf Australien vorbereiten. Die Gastgeber Anita und Siva, ein indisches Ehepaar, haben uns diesen Aufenthalt mehr als perfekt gemacht. Angefangen von einer reichhaltigen Frühstücksauswahl, einer unglaublichen, für sie selbstverständlichen Gastfreundschaft, bis hin zu einer Kostprobe indischer Snacks. Als wir beispielsweise unser typisches Abendessen, Spiegelei auf Brot, zubereiteten, warf Anita ganz verwundert ein, wir hätten doch nun wirklich nicht extra Brot und Ei kaufen müssen, es wäre doch auch alles zu unserer freien Verfügung.
Wir konnten mit so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft kaum umgehen. Das I-Tüpfelchen war der zweite und leider auch schon letzte Abend, an dem wir bei leckerem Wein im gemütlichen Wohnzimmer saßen und uns bis tief in die Nacht, unser Wecker sollte übrigens schon wieder um 3:30 klingeln, über unsere Kulturen austauschten. Wir durften an ihrer Geschichte einer arrangierten Ehe teilhaben und erhielten einen faszinierenden Einblick in das Leben in Indien.
Unsere Reiseplanung bezüglich Indien schwankt ja immer wieder mal, aber nach diesem Abend und dem Angebot, dass Siva uns bei der Organisation helfen würde, werden wir dieses Abenteuer wohl doch starten. Aber erst einmal stand uns noch ein ganz anderes Abenteuer bevor.
Müde und dennoch dankbar über diese neuen Freunde, stiegen wir um 4 Uhr morgens in das Taxi zum Flughafen in Auckland. Nachdem unser Roadtrip durch Neuseeland eine bewegende Erfahrung für uns war und nun zu Ende gegangen war, blickten wir der Weiterreise nach Australien frohen Mutes und emotional entgegen. Gerade ich konnte meinen nervösen Magen und das vor Aufregung stolpernde Herz kaum beruhigen, nicht zuletzt, weil Australien schon seit langem mein Traumreiseziel Nummer eins war. Dementsprechend froh waren wir auch, als wir endlich im Flieger saßen und ohne große Schwierigkeiten das Land verlassen konnten. Als dann jedoch nach 50 Minuten Flug plötzlich die Durchsage kam, dass aufgrund technischer Probleme der Rückflug nach Auckland eingeleitet werden würde um dort eine Inspektion des Flugzeuges durchzuführen, wurde uns etwas komisch. Noch mulmiger wurde der eh schon nervöse Magen nach der Ansage, dass sich jeder Passagier noch einmal die nächstgelegenen Notausgänge bewusstmachen sollte. Na wunderbar!
Wir landeten jedoch heil in Auckland und aus der 1,5 stündigen Verspätung durch die Inspektion wurden dann schnell 12 Stunden. Die als Entschädigung verteilten Gutscheine füllten zwar unsere hungrigen Bäuche und wir gönnten uns auch allerlei Leckereien, doch ein bitterer Beigeschmack blieb natürlich trotzdem. So hatten wir doch einen ganzen Tag in Sydney verloren, da wir nun statt 10 Uhr morgens um 22 Uhr landeten.
All der Ärger verflog jedoch, als wir endlich australisches Festland anflogen und in der Ferne die Lichter der Stadt funkelten – Sydney. Für mich war dies ein ganz besonderer Moment, da Australien, wie bereits erwähnt, ein lang gehegter Traum von mir war und gerade diese Millionenstadt den Inbegriff einer australischen Metropole darstellt. So fanden sich kleine Tränen im Augenwinkel und im Bauch machte sich ein Kribbeln breit. Glücklich drückte ich Tobis Hand, der aber aus einem ganz anderen Grund Perlen im Gesicht hatte – der Flug war recht turbulent gewesen. 😀 So saßen wir also im Flieger, Händchen haltend, die Eine glücklich weinend und der Andere schwitzend und leidend. Das ist Ehe. 😉

Ziemlich k.o. von diesem langen Tag kamen wir in unserer Unterkunft an und fielen recht schnell in einen tiefen Schlaf. Helle Sonnenstrahlen und ein recht aufgeheiztes Zimmer weckten uns am nächsten Morgen in unserer echt coolen Unterbringung. Aus dem Arbeitszimmer konnten wir im gegenüberliegenden Waldstück sogar wilde Kakadus beobachten – wie verrückt und schön ist das denn bitte?! 😊
Nachdem alle Wasserflaschen aufgefüllt, Sonnenbrillen aufgesetzt und wir dick mit Sonnencreme eingeschmiert waren und damit  gleich noch blasser als eh schon leuchteten, fuhren wir los in Richtung City. Mächtig erhob sich die Harbour Bridge, hunderte Menschen tummelten sich an diesem wunderbaren Sonntag im Hafen und vom Sonnenschein bestrahlt lag die Opera am Rande des brummenden Großstadt-Getummels. Wir nahmen eine Fähre zu einer nahegelegenen Halbinsel und hatten so einen wunderbaren Blick auf die Brücke, die Oper und die Skyline Sydneys. Im Anschluss schlenderten wir durch den Botanischen Garten, ließen die Stadt auf uns wirken und machten natürlich auch das ein oder andere Touri-Bild.


Unser Besuch im historischen „The Rocks“-Museum fiel doch recht kurz aus, da unsere Aufnahmefähigkeit etwa gegen Null ging und der Hauptteil der Exponate Schautafeln voll mit minikleiner Schrift waren.
Dennoch konnten wir uns gut vorstellen, wie dieses historische Viertel einst voll von Kolonialisten, Gefangenen und Neuanfängern war. Die alten Gebäude mit dicken Mauern zwischen den modernen Hochhäusern in einer stylischen Hafengegend erschufen eine ganz eigene Stimmung, die uns sehr gut gefiel.

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Der zweite Tag in Sydney begann einfach wunderbar. Wir fuhren nämlich in den Featherdale Wildlife Park, in welchem Kängurus und Wollabys gefüttert und Koalas aus nächster Nähe bewundert werden dürfen und allerlei andere australische Artgenossen bestaunt werden können. Wenig verwunderlich ist, dass der Park ein wahrhafiger Touristenmagnet ist und auch wir bekamen bei den süßen Tieren beinahe einen Zuckerschock.


Im Anschluss machten wir uns wir uns in der Mittagssonne auf in den Blue Mountains Nationalpark. Nach gut anderthalb Stunden Fahrt in einem mächtig kühlen Zug kamen wir in dem Örtchen Katoomba an. Wehte in Sydney noch das Großstadtflair, empfing uns nun ein Kleinstadtcharme mit süßen Cafes, einer Hauptstraße gesäumt von kleinen Geschäften und alten Kolonialhäusern. So verging der 2km Fußweg zum Nationalpark recht schnell. Angekommen bot uns eine Plattform eine malerische Aussicht auf einen riesigen Eukalyptuswald, welcher durch die aufsteigenden Öle einen blauen Dunst über sich bildet und daher namensgebend für die „Blue Mountains“ ist.  Wir unternahmen eine kleine Wanderung entlang der Klippen, da der Nationalpark selbst in einer Art riesigem Tal liegt und von Felswänden umrahmt und mit Felsformationen durchzogen ist. Wir genossen es, nach Auckland und Sydney wieder einmal durch die pure Natur zu streifen und genossen den ersten Ausblick auf die unglaubliche Weite des australischen Kontinents. Diese zeigte sich auch in der 2,5h Rückfahrt zu unserer Unterkunft. 😉

Am folgenden und leider auch schon letzten Tag in Sydney bummelten wir durch die Straßen des Businessviertels und machten dort Mittagspause in einem kleinen Park, in welchem Gartenstühle für jedermann bereitgestellt werden und all die geschäftigen Angestellten ihre Snacks mümmeln. So lässt es sich in der Pause schon aushalten.


Im Anschluss schauten wir uns den berühmten Darling Harbour an, besuchten eine Kathedrale und hatten Sehnsucht nach ein wenig deutscher Backkunst, sodass wir eine deutsche Bäckerei aufsuchten. Natürlich können die dortigen Backwaren nicht mit denen aus der Heimat verglichen werden – doch allein die ganz typisch blonden, deutschen Verkäuferinnen waren den Besuch wert. 😉
Im Anschluss fuhren wir zum weltbekannten Bondi Beach, der für seine Schönheit und guten Surferwellen bekannt ist. Leider empfing uns neben Sonnenschein auch ein mächtiger Wind, sodass wir unsere Badesachen gar nicht erst auspackten. Wir setzen uns lieber ein wenig an die Promenade und beobachteten die hartgesottenen australischen Surfer und Jogger bei einem kühlen Getränk. 😊 Entlang der Küste fand gerade eine Ausstellung namens „Sculpture by the sea“ statt, durch die wir bei einem ausgedehnten, windgepeitschten Spaziergang entlang des Wassers einige wirklich interessante Kunstskulpturen bestaunen und den Punkt Kultur auf unserer To-Do-Liste abhaken konnten. 😉

Schnell wurde es uns aber zu windig und eisig um die Ohren, sodass wir pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit am Hafen ankamen um von der Harbour Bridge noch einige Bilder auf die funkelnden Lichter Sydneys bei Nacht zu schießen. Ein wenig saß uns mal wieder die Zeit im Nacken und so stand uns, nach Packen und Essen, wieder eine kurze Nacht bevor da wir am nächsten Morgen weiter nach Melbourne flogen. Man hat es manchmal aber auch wirklich nicht leicht als Reisender. 😉

Sydney_nachts
Wir haben Sydney sehr genossen und gerade für mich war der Besuch nicht nur ein Abhaken auf der Bucket-List, sondern ein bewegendes und einprägsames Erlebnis.

Sydney_Hafen beide

Von unseren Touren in und um Melbourne berichten wir im nächsten Blog – bis dahin: Haltet euch von Trichternetzspinnen fern! 😊

Ein Gedanke zu “Großstadtflair und unendliche Weiten

  1. Wie cool! Australien 😍😍😍
    Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Blog Eintrag. Bin schon mächtig gespannt was ihr erleben werdet!!
    Eine tolle Zeit euch und bleibt behütet.

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