Das „Street-Art-Mekka“ und der nächste Roadtrip

01.- 06. November 2017

Nach dem spektakulären Sydney ging unser Flug in Richtung der nächsten australischen Metropole: Melbourne.
Schon während der Kommunikation mit unserem Air-BnB-Host schwang uns eine gute Prise australischer Lässigkeit entgegen: Obwohl wir elendig früh, nämlich um sieben Uhr, in Melbourne landeten, durften wir trotzdem in der Wohnung von Ants einchecken – was laut Website eigentlich erst ab 17.30 Uhr ging.
Uns empfing ein großes, sauberes Zimmer mit bequemem Bett und wir vergossen ein Freudentränchen im Geiste, denn die knackevollen Tage in Sydney hatten ziemlich an unseren Energiereserven gezehrt. Das in Kombination mit dem frühen Flug führte zu akuter Müdigkeit und so hauten wir uns erst einmal aufs Ohr und schliefen (mit ein paar Pausen) bis zum nächsten Morgen.
So konnten wir mit vollen Akkus in die kommenden Tage starten und Melbourne erkunden. Neben dem RIESIGEN „Queen-Victoria-Market“, auf dem fast alles, was man sich vorstellen kann, verkauft wird, genossen wir die entspannte Atmosphäre und die geniale „street art“ dieser modernen Stadt.

Dass Melbourne ein Touristenmagnet ist kommt nicht von ungefähr: Alle Straßenbahnstationen innerhalb des Stadtkerns sind zum Beispiel komplett kostenfrei benutzbar. Zudem beherbergt die City einen unvorstellbar großen Komplex an verschiedenen miteinander verbundenen Malls, durch die wir bestimmt eine Stunde staunend hin- und herwandelten – geschätzt hatte der gesamte Komplex bestimmt die doppelte KDW-Ladenfläche. Wie können da einzelne Läden überhaupt durchhalten, ohne Pleite zu gehen?
Ein weiterer Abstecher führte uns ein wenig aus der Stadt heraus an den Brighton Beach, an dem kleine bunt bemalte Strandhäuschen ein beliebtes Fotomotiv abgeben. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen:

Badengehen stand jedoch leider überhaupt nicht auf dem Plan, denn in und um Melbourne war es kalt und ziemlich windig. Nachts schmiss unser Air-BnB-Host sogar die Heizung an – und das, obwohl wir uns schon so aufs bockheiße Australien gefreut hatten! Die Aussicht auf den heißen Westen hielt uns temperaturtechnisch jedoch bei der Stange und überhaupt hatten wir noch einen genialen weiteren Ausflug vor uns: Die Great Ocean Road. Im Gespräch ergab sich, dass Ants vor einiger Zeit ein Tourguide auf der GOR gewesen ist und uns mit einer Wagenladung an Tips und sehenswerten Punkten versorgen konnte – ein geniales zwischenmenschliches Erlebnis!

Wir hatten schon im Vornhinein überlegt, wie wir diese Straße am besten bereisen würden und es wurde klar, dass für unser Budget ein Mietauto die beste Option sein würde. So suchten wir, buchten und stornierten wieder und einigten uns schließlich erneut auf ein ziemlich gutes Angebot für eine Mietdauer von zwei Tagen. Mit dem Reiseplan von Ants im Gepäck fuhr uns dieser für lau zum Flughafen, wo wir unser Auto abholen würden – richtig cooler Typ. 😊
Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, liefen wir zum Parkplatz und konnten unseren Augen kaum trauen, als wir unser Vehikel sahen: Eine neue Toyota Camry-Limousine mit ordentlich Bums unter der Haube, gediegener Automatik-Schaltung und Tempomat – wir kamen aus dem Grinsen nicht heraus, schmissen unsere Rücksäcke in den Kofferraum und fuhren los.

GOR_1 (31)
Um auch mal ein bisschen historische Information in diesen Blog einfließen zu lassen sei an dieser Stelle angemerkt, dass die GOR nach dem ersten Weltkrieg eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die heimgekehrten Soldaten darstellte. Dass deren Arbeit großartige Früchte trug, durften wir am eigenen Leib erfahren: Die malerischen Straßen vorbei am gewaltigen Ozean und imposanten Steinformationen ist fahrerisch und auch fürs Auge ein echter Genuss und lies uns die Luft der Freiheit schnuppern.
Die absoluten Highlights der Route waren für uns unter anderen die „London Bridge“, die wohlbekannten „Twelve Apostel“ und ein genialer Sonnenuntergang am Ende der Tour.

Auf Nummer eins stand jedoch die Begegnung mit ein paar flauschigen grauen, Eukalyptusbaum-Bewohnern, die wir auf einen Tipp von Ants hin in einer Nebenstraße der GOR live und in Farbe erblicken konnten: Koalas! Vier Stück konnten wir in den Wipfeln erkennen und wir kamen fast um vor Freude und dem Wunsch, die Bären knuddeln zu dürfen. Das wäre uns aber sicherlich nicht sonderlich gut bekommen, denn die Knuddelbären können ganzschön kratzen. :O


Die gut 260km der Straße zogen sich auf Grund der vielen Attraktionen am Straßenrand aus zeitlicher Sicht ziemlich hin und so kamen wir erst in der Dunkelheit an unserer Air BnB-Unterkunft an. Die letzten Kilometer legten wir mit einem gewissen Angstschweiß zurück, da zur Dämmerung die Kängurus herausgehoppelt kommen und sich dann gerne auf die Straßen stellen und des Öfteren mitgenommen werden – jedoch leider nicht per Anhalter.
Wir hatten aber Glück und konnten unbehelligt zu unserem Schlafplatz tuckern, der eine echte Perle war. Neben der herzensguten Besitzerin empfingen uns zwei freundliche Hunde und am Frühstück des nächsten Morgens zwei Schafe und ein Schwein, die direkt im Garten grasten. Unser schnuckeliges Zimmer war mit einem Oldschool-Fernseher mit integriertem Kassettenrekorder ausgerüstet und der danebenliegende Schrank bis zum Rand voll mit passenden VHS-Filmen. Mein achtjähriges Ich vollführte Luftsprünge im Geiste und wähnte sich zurück in Zeiten, in denen „Richie Rich“ und „Kevin allein zu Haus“ noch richtige Gassenhauer waren. 😊

Wir verbrachten eine entspannte Nacht in Allansford und fuhren, da unser Flug von Melbourne nach Perth erst am Abend gehen würde, die gesamte Great Ocean Road noch einmal zurück. So konnten wir verschiedene Aussichtspunkte, die wir tags zuvor auslassen mussten, doch noch besichtigen und sogar noch ein Stück Urwald im Otway-Nationalpark durchwandern.

Das bessere Wetter, als am Tage zuvor, ließ uns jedoch ein bisschen zu sehr bummeln und so wären wir beinahe zu spät zu unserem Abgabetermin erschienen, doch am Ende lief alles glatt: Fünfzehn Minuten vor unserer Deadline rollten wir auf den Hof des Flughafenparkplatzes, gaben schweren Herzens den Schlüssel für das Toyota-Geschoss ab und setzten uns in Richtung unseres Check-Ins in Bewegung. Zu unserem Erstaunen gelangten wir an unseren ersten vollautomatisierten Check-In, an dem man ein paar Zahlen in einen Computer hackt, sein Gepäckband selbst anbämselt, auch auf die Waage stellt und ins Nirvana schickt. In was für Zeiten wir leben!

Hungrig suchten wir uns noch einen Happen zu essen und warteten, bis der Flug in unser nächstes Abenteuer abheben würde – es stand nämlich unser zweiter Roadtrip, der uns an der Westküste des Kontinents entlangführen sollte, an. Davon jedoch mehr im nächsten Eintrag. 😊

 

Tobi

2 Gedanken zu “Das „Street-Art-Mekka“ und der nächste Roadtrip

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