Das Leben auf 4m² und Höhen und Tiefen bis Perth

Roadtrip – Ausschnitte aus dem Leben auf der Straße 😊

Neben den „richtigen“ Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel dem Korallenriff der Coral Bay aus dem letzten Beitrag, gibt es natürlich auch einiges „namensloses“ Erwähnenswertes links und rechts des Wegesrandes.
Mit der Beschreibung der unvorstellbaren Weite der Straße hatten wir dieses Thema schon einmal angeschnitten, es gibt jedoch noch ein paar mehr Aspekte, über die wir gern ein wenig berichten möchten.
Australien ist beispielsweise für seine enorme Artenvielfalt und schiere Menge an Tieren bekannt und das können wir tatsächlich so bestätigen: Ständig läuft einem irgendetwas vor die Linse. Hier muss jedoch angemerkt werden, dass wir – zumindest bisher – den Spinnen und Schlangenwahn überhaupt nicht bestätigen können. Wenn man die ganzen Schauergeschichten hört, hat man die Vorstellung im Kopf, dass man schon nach einem Gang zum Supermarkt erstmal den Rucksack ausklopfen muss und dabei zehn Brownsnakes und 20 Trichternetzspinnen herauspurzeln. Hier einmal unsere Bilanz: Wir haben bisher ganze zwei Schlangen gesehen. Wobei „ganz“ es nicht so richtig trifft – über diese war nämlich schon der ein oder andere Pick-Up herübergerollt.
Spinnentechnisch gibt es zwar schon ein paar mehr, auch ein paar, vor denen man sich gruseln könnte, aber die machen ihrs und wir unseres. 😊 Einmal „dutzie-dutzie“-machen würde ich aber nicht empfehlen, da sind mir die Finger dann doch zu lieb für.

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Allein am Straßenrand und in der Stadt haben wir dafür schon unzählig viele andere Tiere gesehen: Kühe, Ziegen, Känguruhs, Kakadus, Adler, Raben (die schreien hier übrigens wie kleine Lämmer – extrem gruselig), Schafe, Lamas und unzählige andere Vogelarten, mal tropisch prächtig, mal schnöde grau.

Unterkunftstechnisch sind wir innerhalb dieses Roadtrips viel öfter auf bezahlten Camps untergekommen. Der Grund für diesen schmerzhaften Posten auf unserer Budgetabrechnung liegt in der fehlenden Möglichkeit zur Kühlung – wir haben nämlich nur eine 25l Kühlbox neben unserer minikleinen Spüle, die man mit Kühlakkus beladen muss. Innerhalb eines Aufenthalts auf einem Camp kam guckten wir uns eiskalt die Idee ab, Wasserflaschen in den Gefrierer zu packen und diese dann als Kühlaggregat zu benutzen – klappt super! Fast zwei Tage (je nach Außentemperatur) weht dann ein lauwarmer bis kühler Hauch durchs hintere Abteil unseres Autos. 😊
Neben den normalen Campingplätzen haben wir unseren Toyota jedoch auch schon auf ein paar kostenlosen Übernachtungsorten mitten im Nirgendwo abgestellt. Besonders auf der Strecke zwischen Exmouth und Perth waren dabei ein paar echte Outbackperlen, bei denen wir in Staub und Einsamkeit einen schönen Sonnenuntergang oder aber nachts einen extrem hellen Sternenhimmel bewundern durften.

2 Tag (27)

Abgesehen von unserem Auto sind natürlich auch noch andere Menschen auf der Straße unterwegs. Der absolut überwiegende Teil fährt dabei richtig dicke, fette Pick-Ups – da kommt man bei manchen besonders krassen Monstren aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Am meisten bleibt jedoch die Frage: Wie können die sich hier alle solch fette Karren leisten?

 

Kalbarri – ein Zwischenstopp mit Höhen und Tiefen
Wir für unseren Teil begnügten uns jedoch mit unserem Toyota und fuhren nach dem Shells Beach immer froh und munter weiter Richtung Süden. Naja, zumindest wären wir das gern, doch es kam anders, als wir es geplant hatten.
Nachdem wir In der kleinen Küstenstadt Denham ein weiteres deutsches Paar kennen gelernt hatten – Kathy und Philipp – die wir später nicht nur wiedertreffen, sondern mit denen wir auch ein gutes Stück der Reise zusammen begehen sollten, kamen wir in der Stadt Kalbarri an. Vorher besichtigten wir noch das imposante Natures Window und genossen den Blick in das rote Tal des Kalbarri-Nationalparkes, durch das sich ein langer Fluss schlängelt. Definitiv als majestätische Ausblicke zu bezeichnen!


Ein jeder, der sich schon einmal in eine brutzelnde Bratpfanne gesetzt hat kann erahnen, welches Klima in diesem Nationalpark und dem beschaulichen Örtchen Kalbarri herrschte. Es war heiß.
Da wir aus verschiedenen Quellen von einem tollen Campingplatz mit neuen Sanitäranlagen und einem Pool gehört hatten und auch noch durch eine Broschüre einen ordentlichen Nachlass bekamen, kehrten wir dort für 2 Nächte ein und waren selig. Die Zeit dort verlebten wir entspannt und auf einem schattigen Plätzchen inmitten eines weitläufigen Camps mit ruhiger Atmosphäre. Als wir dann, fertig zur Abreise, einstiegen wollten und Mareike den Zündschlüssel umdrehte, hörte ich nur ein ungläubiges „NEIN!“ – aus unerfindlichem Grund war der Schlüssel an der dünnsten Stelle abgebrochen. Glücklicherweise konnten wir das Stück, das noch im Schloss steckte mit dem Leatherman herausziehen, doch wir standen vor einem Problem: Wo kriegen wir in einem Dorf im Nirgendwo einen Ersatzschlüssel her? Nach einem verständnisvollen Plausch an der Rezeption, folgte ein Fußmarsch zum örtlichen Schlüsseldienst, der nur wenig ergab – der passende Rohling befand sich nicht im Sortiment. Nach einigem Hin- und Her riefen wir schließlich unseren Autoverleiher an und nach einigem Bangen wegen eventueller hoher Kosten kam die erlösende Nachricht: Extrem unkompliziert wurde uns per Expresspost ein nachgemachter Schlüssel bereits am nächsten Tag zu unserem Campingplatz geschickt. Zum Glück war die Karre so alt, dass noch keine Technik am Schlüssel verbaut war, sonst wären aus den 15€ bestimmt schnell irgendwas dreistelliges geworden! Dieser kurze Schrecken zeigte uns einmal mehr den Segen, der auf dieser Situation lag: Man stelle sich vor, dass das auf irgendeinem räudigen Rastplatz im Nirgendwo ohne Mobilfunknetz passiert wäre… meine Herren!

Kalbarri-Küste und ein pinker See

Neben dem bereits beschriebenen Schrecken hatte Kalbarri und Umgebung noch weitere, schönere Sachen in petto. Zum einen liegt das Städtchen an  einer rauen Küste, die mit einer großen Anzahl von verschiedenen Steinsformationen, wie so genannten natürlichen Brücken, und allgemein einem extrem beeindruckenden Küstenbild daherkommt. Das Gestein hat dabei einen roten Touch, sodass diese im Sonnenuntergang beinahe orange-rot zu leuchten scheinen.
Ein ähnliches Phänomen konnten wir beim „Pink Lake“ bewundern – durch verschiedene chemische Vorgänge im Wasser wird der See, je nach Lichteinfall, tatsächlich pink gefärbt! Ob die BASF-Fabrik, die in unmittelbarer Nähe des Sees steht irgendetwas damit zu tun hat – wir wissen es nicht. :p Schön und beeindruckend war es aber in jedem Fall.

 

Ein Wiedersehen in Geraldton

Als der Hobel wieder rollte, peilten wir das nächste Ziel der Reise an: Die Hafenstadt Geraldton, in der wir Kathy und Philipp wiedertrafen und gemeinsam einen zünftigen BBQ-Abend verlebten. Wie sehr man ein soziales Gefüge außerhalb der Beziehung dann doch vermisst, merkt man an solchen Abenden und lernt die Familie und Freunde zuhause noch einmal mehr schätzen: Ein dicken Drücker an euch!
Da wir vier einen ähnlichen Reiseplan hatten, verabredeten wir uns zu einer Weinverkostung (oder bei zu hohen Kosten einfach so zu einem Wein) in der Margaret-River Region südlich von Perth.
Nachdem wir uns bis dahin verabschiedet hatten, traten Mareike und ich die Reise zum nächsten Natur-Highlight des Roadtrips, die steinernen Säulen, die so genannten Pinnacles, im Kalbarri-Nationalpark an. Wir sind ja nun schon ein paar Monate unterwegs und an gewissen Punkten bezweifelt man, dass man naturtechnisch irgendwie noch überrascht werden kann. Es ist schön zu sehen, dass man in dieser Beziehung ein ums andere Mal falsch liegt, denn die Pinnacles waren mal wieder ein fest für die Augen:
Nach einer Abbiegung von der geteerten Straße fuhren wir in ein weitläufiges Areal mit riesigem Parkplatz und Infocenter ein. Der eigentliche Weg zu den Steinsäulen führte dann jedoch durch eine Art Wüste, in der diese Monolithen zu hunderten ihr stummes Dasein fristen. Es war heiß, die Sonne brannte – es war irgendwie magisch, wie aus einer spannenden Geschichte. Die Bilder zeigen sicherlich mehr, als man hier beschreiben könnte:


Das genialste war jedoch, dass der Weg durch den Park mit dem Auto bewältigt werden konnte, sodass man auf einem gut ausgebauten Pfad auch mit einem normalen Auto durch die Wüste fahren konnte. Danke Australien!

Schneeweiße Dünen

In den letzten Kilometern bis Perth war die Ereignisdichte ziemlich hoch, denn wir kamen nur wenig später im kleinen Lancelin an, das jedoch dafür ein umso größeres Naturwunder beherbergt: Schneeweiße, meterhohe Dünen liegen nur ein paar Kilometer außerhalb des Ortes und schaffen eine eigentümlich wüstenhafte Atmosphäre, die einen einfach in den Bann ziehen muss. Man steht dort auf der Dünenspitze und schaut in die Ferne, mit weiteren Dünen im Blick – Es hätte nur noch ein fliegender Teppich gefehlt.

Als wir von unserem Dünen-Abenteuer wieder in den treuen Toyota (die Bauer-sucht-Frau-Alliteration ist hier nicht beabsichtigt) stiegen rollten wir in Richtung Perth, dem Tor in den Südwesten. Uns erwarteten neben tollen Nationalparks ein paar der wunderschönsten Strände der Welt! Wie diese genau aussahen und was wir sonst noch so dort erlebt haben, erfahrt ihr selbstverständlich im nächsten Eintrag auf unserem Bloggi-Blog. 😊

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