Endlose Weinstraßen und wagemutige Klettereien

25.November – 1. Dezember 2017

Busselton und Margaret River

Als wir die südlichen Ortsgrenzen von Perth passierten hatten, freuten wir uns schon auf das gemäßigtere Klima des Südens. Die Region ist hierbei nicht nur für eine unglaubliche Menge an Weingütern, sondern auch für imposante Wälder und Stränder bekannt – hört hört!
Auf dieses Kontrastprogramm (zumindest in Hinblick auf die Vegetation) freuten wir uns schon mächtig, denn so schön das Outbackfeeling auch ist: So ein Fleckchen grün braucht man dann auch mal in seinem Blickfeld.
Nachdem wir nach Perth gen Abend schon einige Kilometer heruntergerissen und neben der Straße campiert hatten, erreichten wir am nächsten Morgen den lebhaften Familienort Busselton. Hier hatten wir nicht nur das Glück, dass das Wetter spitzenmäßig daherkam, sondern auch, dass eine Art großes Familienfest in Strandnähe stattfand. Das bedeutete für uns nicht nur freien Eintritt zum ansonsten kostenpflichtigen, ellenlangen Pier des Ortes, sondern auch unverschämt günstige „sausage sizzles“, was man wohl am ehesten mit Hotdogs übersetzen kann. Diese verspeisten wir in Gesellschaft von Kathy und Philipp, mit denen wir ab diesem Zeitpunkt fast zwei Wochen zusammen auf Achse waren. 😊


Als wir in Busselton nach dem Sausage-Sizzle-Fest unsere Mägen beruhigt und uns im genialen Schwimmbereich des Strandes abgekühlt hatten, hopsten wir in unseren Toyota und setzten unsere Segel Richtung Margaret River. Bevor wir jedoch die Grenzen des Weinörtchens passierten, hielten wir in der Bunker Bay, einer Bucht, die ein wenig abseits des Hauptweges lag. Die Extrakilometer haben sich jedoch mehr als gelohnt, denn wir wurden nicht nur mit einem absoluten Traumstrand in weiß und türkis belohnt, sondern kamen auch gerade richtig zum Beginn einer – festhalten – Trauung am Strand! 😊

K1600_Margaret River (1)
Wir haben uns diesbezüglich oft die Frage gestellt: Warum macht man sowas? Eins vorweg: Der Ort an sich ist natürlich der Hammer und die Szenerie ist auf den Fotos in Kombination mit dem Ehepaar sicherlich atemberaubend, aber die Atmosphäre war alles andere als so, wie unsere Vorstellung einer Eheschließung sich anfühlt. Denn neben den Hochzeitsgästen wurde der normale Strandbetrieb nicht eingestellt und so sonnten sich andere Badegäste halbnackt, während das Brautpaar den Bund fürs Leben schloss. Keine Spur von der Würde und dem festlichen Charakter, den man in einem geschlossenen, privaten Ort bei einer Trauung erlebt. Aber jut – jeder so, wie er will, wa? Wir waren auf jeden Fall selig und schauten dem Spektakel Bananenmuffin mampfend und kühle Erdbeermilch schlürfend zu.
Nach der Bunker Bay ging unser Weg noch an einem stinklangweiligen Leuchtturm vorbei in Richtung Margaret River. Während des Weges wurden unsere Augen immer größer: Im goldenen Licht des Abends reihte sich Weingut an Weingut und die schiere Länge der Weinplantagen schien kein Ende zu nehmen. Das Ausmaß der repräsentativen Tore der Weingüter erstaunte uns ebenso und so fassten wir den Entschluss, am nächsten Tag noch einmal in diese Ecke zu fahren, denn der Tag neigte sich und die Kängurus scharrten schon mit ihren Hufen. Wir standen direkt mit Kathy und Philipp in Kontakt, da auch die beiden in Margaret River nächtigen wollten, uns jedoch schon ein paar Kilometer voraus waren. Irgendwann empfingen wir die Nachricht, dass der angepeilte Campingplatz schon komplett ausgebucht war und als wir uns im Ort getroffen und beratschlagt hatten ergab sich, dass ALLE Campingplätze in Margaret River bumsvoll waren. Glücklicherweise bekam Kathy irgendwann einen Rückruf eines etwas außerhalb liegenden Platzes, die uns irgendwie noch unterbringen konnten. Was war das für ein Glücksgriff! Für einen schmalen Taler gelangten wir in ein weitläufiges, familiengeführtes Areal mit sauberen Sanitäranlagen und bildschöner Umgebung – am nächsten Tag buchten wir gleich noch eine Nacht. 😊


Zuvor fassten wir jedoch zu viert den Plan, uns Kayaks zu mieten und den Margaret River ein paar Kilometer hoch zu paddeln. Die tiefenentspannte Vermieterin riss am laufenden Band Scherze und erklärte uns, welche die besten ihrer Boote waren und bis zu welchem Punkt wir ungefähr fahren könnten. So genossen wir ein gutes Stück körperlicher Betätigung in den Booten und die Sonne und freuten uns unseres Lebens. 😊

K1600_IMG_20171126_125353

Nachdem ein jeder noch einmal die Nase in die zahllosen Stände und Geschäfte des schnuckeligen Ortes gesteckt hatte, kauften wir uns ein paar Fressalien und traten den Weg in unser Outback-Domizil an. Mareike und ich nahmen noch einmal die Weinstraße mit, die jedoch beim grauen Licht des Tages nicht mehr halb so imposant wirkten, wie noch 24 Stunden zuvor – so ist das halt mit dem Licht. 🙂


Neben dem Wein ist diese Region Australiens auch für seine gewaltigen Eukalyptusbäume (und auch andere Baumarten) bekannt, was wir nur wenige Kilometer nach Margaret River live und in Farbe miterleben durften:


Die Wälder waren wirklich sagenhaft und bilden für mich einen Ort, der den kleinen Jungen in mir und die Fantasie füttert – man konnte das Abenteuer förmlich riechen! Das Ganze wurde durch eine Nacht im Nationalpark abgerundet, die wir inmitten der Baumriesen an einem stillen Fluss beinahe nur für uns zu zweit hatten. Definitiv einer der magischsten Momente, die wir auf dem Roadtrip so erlebt haben.
Ein weiteres Highlight war für mich ein erklimmbarer, 60 Meter hoher Baum, in den daumendicke Eisennägel getrieben wurden, auf denen man sich in Richtung der Baumwipfel bewegen konnte. Die Höhe war eine echte Prüfung, aber nach einem zweiten Anlauf ging es dann doch – Sieg über den eigenen Körper! 😊


Am Wegesrand nahmen wir noch ein paar Natur-Sehenswürdigkeiten, wie den Elephant-Rock mit, und rollten letztlich in der Stadt Albany ein, wo wir uns erneut mit Kathy und Philipp zusammenwarfen, um als aller erstes ein paar interessante Gesteinsformationen, die Natural Bridge und die Gap, in der unmittelbaren Nähe der Stadt zu bewundern:


Wir verbrachten insgesamt zwei Tage in und um diese schicke, mit Koloninalbauten gespickte, Stadt und nutzten im Besonderen auch die Bibliothek und deren freies W-Lan. Frisch gestärkt und mit aufgeladenen Akkus traten wir so, langsam aber sicher, den Weg in die letzten Tage unseres Straßen-Abenteuers an – wie es hier weiterging, erfahrt im nächsten Eintrag. 😊

K1600_Albany (34)

Tobi

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