Die Weihnachtsvilla und faszinierende Unterwasserwelten

23. Dezember- 9.Januar 2017

Bali begrüßte uns nach einer kurzen Fährüberfahrt mit einem Regenfall der feinsten Sorte. Nachdem wir die extrem aufdringlichen Taxi-Fahrer in ihre Schranken gewiesen hatten, saßen wir in einem Bus, der mehr Löcher in den Sitzen hatte als Fenster. Aber das war uns egal, denn er brachte uns entspannt in unseren nächsten Zielort, auch wenn wir durch einen weiteren Haufen Löcher in Dach und Boden nicht mehr komplett trocken heraussprangen.
Nach einer kleinen irreführenden Suche durch Reisfelder, einem hilfsbereiten Aussie und nassen Füßen später, kamen wir in unserer neuen Unterkunft an. Zusammen mit Celina und Luis zogen wir in die von uns gemietete, wirklich schöne Villa in Lovina ein und verbrachten dort die Weihnachtsfeiertage. Per Roller erkundeten wir die Gegend und genossen die entspannte Zeit am Pool und dem geräumigen Haus:

Wie ihr euch wahrscheinlich schon denken könnt, kam bei 35°, Palmen und Pool nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Trotzdem waren wir überrascht, wie sehr uns doch die familiären und Deutschen Traditionen und Gebräuche fehlten (von überfüllten Kaufhäusern mal abgesehen) – das merkt man eben erst, wenn es mal anders läuft als gewohnt. 😊
Den Heiligen Abend verbrachten wir in einem griechischen Restaurant, das eigens für die Touristen Weihnachtsmusik spielte und mit Weihnachtsmützen das Essen servierte – irgendwie ein komisches Gefühl zu wissen, das Weihnachten für die Inselbewohner größtenteils überhaupt keine Bedeutung hat und sie das nur für uns „vorspielen“. Natürlich kamen wir uns dabei wie typischer Touri vor – so fern von zu Hause war es durch die Musik und die Deko dennoch ein schöner Abend. Abgerundet wurde das tropische Weihnachten mit dem Klassiker „Kevin allein zu Haus“ und illustrem Kartenspielen. Ein Stollen, den wir aus Australien mitgebracht hatten, rundete das Ganze dann doch irgendwie ab und wurde glücklich zur Kaffeezeit verspeist – so hatten wir über die Weihnachtsfeiertage doch noch ein bisschen Heimat vor Ort.

Wehmütig nahmen wir nach 5 Tagen Abschied von der grandiosen Villa und machten uns auf in den Süden von Bali, Richtung Ubud. Die Fahrt musste mit Reisetabletten überbrückt werden und nach einer wilden Wahnsinnsfahrt durch Berg und Tal – so etwas hatten wir von Bali nicht erwartet – kamen wir in unserer neuen Unterkunft an. Dort haben unsere beiden Reisebuddis schon einmal genächtigt und wir können die Begeisterung über das „Casa D`sami“ nur teilen.
Von einer zuvorkommenden Familie geführt, liegt das kleine Homestay etwas 5 km vom Trubel Ubuds entfernt in einer ruhigen Gegend. Wir wurden mit leckerem Frühstück, viel Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und einem Pool verwöhnt.
Leider konnten wir die ersten Tage die Umgebung nicht so erkunden wie geplant, da mich der Bali Belly erwischt hatte. Irgendwann trifft es wohl jeden in Asien und ich hoffe, dass es bei diesen Einen Mal bleiben wird. 😊 Aufgrund dieser Umstände und weil es so schön dort war, verlängerten wir unseren Aufenthalt und konnten noch ein wenig das berühmte Urlaubs-Bali-Feeling erhaschen. Mit dem Roller ging es quer über schöne Reisfelder und von Palmen gesäumte Wege, hin zu den sagenumwobenen Reisterrassen.

Tagesausflug_Reisterassen_Tempel (8)

Wir hatten etwas Pech, da die Mehrzahl des Reises gerade geerntet worden und somit weniger Grün vorhanden war, als erhofft. Nebenbei war es im Tal der Terrassen so drückend heiß, dass wir es kaum aushielten und so von einer ausführlichen Wanderung mit einem Lächeln absahen. Die übrig gebliebene Zeit auf Bali musste jedoch trotz des drückenden Wetters genutzt werden und so sausten wir gleich weiter. Der nächste Punkt auf unserem Programmplan bestand darin, die bekannten Tempelanlagen in der Nähe anzusteuern und zu bestaunen. So besuchten wir den „Tirta Empul“ Tempel, welcher durch seine heilige Quelle Anlaufstelle für rituelle Reinigungen der Hindus ist.
Für uns war es sehr interessant, diesen beizuwohnen, wenngleich es auch einen unangenehmen, voyeuristischen Touch hinterließ – so mit der Kamera daneben. Aber es war zu interessant um den Moment verstreichen zu lassen:

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Im Anschluss fuhren wir zum „Gunung Kawi“, einer Art Grabstätte einer Königsfamilie aus dem 11. Jahrhundert. Die in Felsen gehauenen, riesigen Schreine beherbergen zwar keine Gebeine, aber das beeindruckende Gefühl von Historizität minderte das keineswegs.

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Generell waren wir fasziniert, von der Vielzahl der Tempel, die wirklich überall, beinahe an jeder Straßenecke, zu finden sind. Die Hindus bauen ihrem Glauben nach, überall dort, wo sie die meisten Zeit verbringen kleine Altare bzw. Tempel auf. So kommt es vor, dass selbst die Reisfelder mit den reich verzierten Schreinen geschmückt sind.
Doch Bali ist nicht nur für seine reiche Kultur und Religion bekannt: Neben den Reisfeldern lockt die Insel mit einigen wunderschönen Wasserfällen. Dahinter konnten wir nach dem zweiten Programmtag auch einen Haken machen. 😊


Zudem besuchten wir in Ubud, einer DER schönen und bekanntesten Orte auf Bali, den berühmten Monkey Forest. Eine wunderschöne Anlage, die erbaut wurde um die Einheit zwischen Natur-und Tierreich zu symbolisieren. Mitten im Trubel eine wunderschön angelegte, grüne Oase voller Affen – auch wenn es natürlich trotzdem von Touristen wimmelte. Aber was solls, wir sind ja selber auch welche und ab und zu halten wir solche Massen dann doch noch aus. 😉
Ubud lockt mit einer Vielzahl von schönen Cafes, breiten Straßen von alten Bäumen und Tempeln gesäumt und verzaubert mit etlichen kleinen, aber edlen Boutiquen jedes Frauenherz. 😊


Nachdem wir schweren Herzens von Sami und seiner Casa Abschied genommen hatten, machten wir uns auf zu unserem nächsten, recht spontanen Reiseziel. Auf dem Weg legten wir einen Zwischenstopp in Padangbai ein – ein recht beschauliches Fischerdorf, jedoch mit einem sehr berühmten Tempel in der Nähe, den jeder Bali-Besucher einmal gesehen haben muss. So liehen wir Vier uns noch einmal für einen Nachmittag Roller aus und machten uns auf den Weg in die Berge. Schon nach wenigen Metern kamen jedoch Zweifel am Gelingen des Unterfangens auf. Celina und Luis waren die 30km lange Strecke schon einmal gefahren und schmissen besorgt den Einwand ein, dass unsere altersschwachen, zweirädrigen Gefährten, nicht genug Power für den Trip hätten, da es wohl sehr steil werden würde.
Da wir aber unbedingt dort hin wollten, schoben wir diese Gedanken beiseite und knatterten weiter. Schon auf dem Weg wurden die immer steiler werdenden Hügel zu einem Abenteuer und wenn wir im Schneckentempo empor schlichen, mussten wir schon mehrmals losprusten und ein Siegesgeheul anstimmen, wenn die Anhöhe geschafft war.
Dann kamen jedoch die letzten Kilometer hinauf zum Tempel, das Lachen wich zusammengebissenen Zähnen und dann der Fassungslosigkeit. Celina und Luis blieben mitten am Berg stehen, der Roller konnte nicht mehr und machte schlapp.
So entwickelten wir einen Masterplan: Tobi fuhr mich die letzten 1,5 km den Berg hinauf, rollte dann wieder herunter und tauschte dann den Roller mit Celina und Luis.
Manchmal zwischendrin fragt man sich doch wirklich: „Warum und wofür?“ 😊
Oben angekommen, wurden wir dann jedoch mit einem atemberaubenden Blick durch eines der typischen Tempeltore auf den Vulkan „Mount Agung“ belohnt. Hier wurde dann auch die eben gestellte Frage beantwortet: DAFÜR nimmt man doch gerne diese abenteuerliche Fahrt auf sich.

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Neben der Tempelanlage, war die Beobachtung der anderen Touristen zudem ein elementarer Bestandteil des Erlebnisses – es war schlichtweg herrlich: Man kann sich kaum vorstellen, welche Posen da für das perfekte Bild eingenommen werden oder wie ignorant der ein oder andere Touri sich verhält.  So mussten wir leider auch beobachten, wie respektlos sich einige Frauen verhielten und die ausgeteilten Sarongs zum Verhüllen der Schultern und Beine einfach für den perfekten Shot auszogen. Selbst nach mehrmaligen Hinweisen der Aufseher kamen nur schnippische Bemerkungen und ein herablassendes Lächeln als Reaktion. Der Ausflug vereinte also das komplette Paket: Abenteuer, Spaß, Bangen, Erschöpfung, Wut – der perfekte Cocktail. 😊

Pura_Lembujan (61)

Am darauf folgenden Tag ging es für uns wieder einmal auf eine Fähre, da wir uns die Insel „Nusa Penida“ als unseren krönenden Abschluss unserer gemeinsamen Reise gewählt hatten. Wir wurden wahrlich belohnt! Die ruhige Insel, wunderschöne Natur und atemberaubenden Strände bildeten ein echtes Highlight unserer Indonesien-Reise.
Hier und da sieht man auch auf Nusa Penida einige größere Hotelkomplexe, der große Touristenstrom ist jedoch noch nicht angekommen und deswegen fühlt sich das Eiland noch frisch und noch nicht so erschlossen an. Auf dem Programm standen für den ersten Ausflug der „Broken Beach“ und der „Angels Billabong“, eine Art Infinitypool direkt am Meer.
Die Fahrt dorthin stellte sich als eine ziemliche „Herausforderung“ dar, sind doch die Straßen nicht des Titels „Straße“ würdig. Über riesige Schlaglöcher, Kies und Feldstraße ging es mit der permanenten Angst, dass irgendetwas am Roller kaputtgehen oder platzen würde, zu den bekanntesten Ausflugszielen der Insel.

Nur 6km weiter befand sich noch ein weiterer Aussichtspunkt, der zu den am meisten fotografiertesten Bildermotiven Südostasiens gehört – das können wir anhand der Anzahl der Touristen bestätigen. 😊 Der Ausblick und die Außergewöhnlichkeit des Felsens, sowie das türkise Meer machen es jedoch mehr als verständlich, dass dieser Platz so beliebt ist:

Broken_Beach_Kelingking_Beach (57)
Der Ausflug am nächsten Tag, den wir durch eine Top 10 Liste der schönsten Orte der Insel in Angriff nahmen, war leider nicht annähernd so erfolgreich. Es handelte sich um eine Tempelanlage inmitten eines Waldes, der nicht nur einen Strandzugang, sondern auch einen Naturpool zu bieten haben sollte. Es war aber gefühlt eine Baustelle mit armdicken, grob geschweißten Geländern und einer Zement-Pfütze – kann ja auch nicht immer klappen so ein Ausflug. 😊
Nachdem wir dem bei der Rückfahrt einsetzenden Regen in unserer komfortablen Unterkunft mit einem Nickerchen ein Schnippchen geschlagen hatten, freuten wir uns zusammen mit den Zeitreisis auf den nächsten Morgen. Wir hatten nämlich zum Frühstück ein Boot für den darauffolgenden Tag gechartert, das uns in eine Bucht zum Manta-Rochen- Schnorcheln bringen sollte. Es war einfach ein absolut geniales Erlebnis, denn wir hatten das Glück mehrere dieser eleganten Riesen im Wasser Schwimmen zu sehen.
Allgemein ist Nusa Penida auch für das Schnorcheln am Strand ein Leckerbissen, denn in der so genannten Crystal Bay hatten wir bereits einen Haufen tropischer bunter Fische und Korallen entdeckt, die noch farbenfroher waren als unser Turqouise-Bay-Schnorchelerlebnis in Australien.


Nach diesem genialen Trip mussten wir von Celina und Luis Abschied nehmen, da diese sich auf den Weg zum Flughafen nach Cebu machen mussten. Nach einem herzlichen Goodbye und den besten Wünsche für die restliche Reise, begingen wir den restlichen Abend und den nächsten Tag noch entspannt und entdeckten sogar noch eine weitere, menschenleere Strandperle:

Pandan_Beach (19)
Die Trauminsel Nusa Penida war unser letzter Punkt auf der Indonesien-Liste und so führte uns unser Weg einen Tag später auch zum Flughafen. Wohin es uns verschlagen hat, erfahrt ihr im nächsten Beitrag! 😊

 

Mareike

 

 

 

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