Von Kyoto nach Osaka: Eine Reise der Tempel und Köstlichkeiten

Tokio hatte uns mehr als beeindruckt und dennoch freuten wir uns schon extrem auf die anderen Ziele, die wir in den nächsten Tagen ansteuern würden. Hierzu gleich mal wieder ein kleiner Schwank aus unserer Fauxpas-Liste:
Ursprünglich war unsere Reiseroute sehr simpel geplant: Tokio – Kyoto – Osaka. Punkt, feddig. Im Gespräch mit Ankit, der ein Quell der Japan-Informationen ist, gab er uns jedoch den Tipp, unseren Kyoto-Aufenthalt aufzuteilen und erst ein paar Tage in Kanazawa, einer Art Mini-Kyoto, zu verbringen um dann in die alte Hauptstadt des Landes zu reisen.
Hierbei ist Kyoto besonders für seine unzählbaren Tempel und seine Historizität bekannt: Es gibt ein altes Geisha-Viertel und allgemein ist das Stadtbild hier und da von alten Häusern gekennzeichnet. Dieses Paket gibt es auch in Kanazawa nur eben kleiner, schnuckeliger. Also buchten wir uns eine erschwingliche Unterkunft in diesem Ort ohne jedoch zu schauen, wie wir überhaupt dorthin gelangen würden. Als dann klar wurde, dass der Transport zu diesem Städtchen pro Kopf dreistellig ausfallen würde, wohingegen der Bus direkt nach Kyoto im niedrigstelligen Zwei-Ziffern-Bereich lag, war klar: Kanazawa fällt aus. Nur leider waren die Stornierungsbedingungen für das Hostel streng und wir mussten den gesamten Preis zahlen – ohne je da gewesen zu sein. Herrlich. 😊
Davon abgesehen verlief die Fahrt nach Kyoto jedoch reibungslos: Vor einem 7-Eleven wartend boardeten wir den Nachtbus und kamen schon recht früh in Kyoto an – wenn ich mich recht entsinne, war es gegen 5.30 Uhr morgens. Nach einigem Hick-Hack mit unserem AirBnB-Host, ob wir denn früher in die Wohnung könnten, durften wir dann endlich um 15.30 in unsere eigene Bude, nachdem wir in diversen Convenience-Stores und McDonalds rumgelungert hatten.

Das Gion-Viertel

Nach einigem Ausruhen und Schläfchenhaltens, bereiteten wir uns vor, Kyoto unsicher zu machen.
Zu erst fuhren wir in den Distrikt, in dem noch heute Geishas arbeiten, das so genannte Gion-Viertel. Schon in der Nähe des Busbahnhofes wurde die Netzhaut von den unzähligen kimonotragenden Frauen fast in einen synaptischen Schock getrieben, wobei hier gleich ein kleiner Fun-Fact angeliefert werden kann: Die meisten sind nämlich Touristen, die sich den Kimono ausgeliehen haben und so durch die alten Holzhäuser und Läden des Viertels schlendern – hat schon Stil.

Gion Viertel (6)
Nur ein einziges Mal haben wir eine echte Geisha sehen können, bei der man irgendwie sofort gespürt hat, dass sie kein Tourist ist. Das lag zum einen an der akkuraten Frisur und der Haltung, zum anderen jedoch auch daran, dass ein Wachmann in der Nähe sich vor ihr verbeugt hatte. Hier mal ein paar visuelle Eindrücke aus diesem alten und sehr schönen Teil der Stadt plus der Geisha-Sichtung:

Durch das Viertel schlendernd endeten wir in einem riesigen Tempel-Komplex, in dem man nicht nur alte Gemälde und Zen-Gärten, sondern auch hautnahe die faszinierende japanische Architektur und Bauweise mitsamt den symbolischen Papier-Schiebetüren bewundern konnte. Zum Leben wäre es wohl ein bisschen zu karg, aber zum Anschauen war es genial. 😉
Gion Viertel (34).JPG

Bambus-Wald

Einer der großen Touristenmagneten der Gegend ist der Bambus-Hain, Arashiyama genannt. Irgendwie waren wir am Tag des Besuches wohl nicht so früh aus dem Bett gekommen, jedoch waren die Wege durch den Bambus schon PROPPEVOLL mit Menschen. Da erliegt man als Besucher und Hobby-Fotograph schon einem gewissen Paradoxon: Die Touristen dort nerven einen einfach gewaltig: Ständig wird ins Bild gelaufen, oder die anderen werden mit ihrem Selfie-Machen nicht fertig, man kann keinen Schritt gehen ohne aufzupassen. Gleichzeitig ist man jedoch selbst nicht besser: Man ist ja schließlich auch dorthin gefahren um dort rumzulaufen und Fotos zu schießen und lungert sicher des Öfteren auch im Bildausschnitt des anderen herum. Naja, der Mensch hat halt so seine Macken, wa? 😊

Egal wie: Auch wenn die Völkerwanderung dort nicht zu unseren Top Erlebnissen gehört, war der Wald beeindruckend und der Besuch des Parks, der sich an den Wald anschließt, auch. Wenngleich nämlich die Kirschblüte noch auf sich warten ließ, standen der ein oder andere Pflaumenbaum in voller roter Blütenpracht.

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Tee-Zeremonie und der Fushimi-Inari-Schrein

Der Besuch Kyotos war neben der Erkundung von Seitenstraßen, verschiedenen Tempeln und einer Burganlage noch durch zwei Highlights geprägt: Dem Beiwohnen einer Tee-Zeremonie und dem Besuch des Fushimi-Inari-Schreins.
Ersteres war ein richtig cooles Erlebnis, besonders da es einen grauen Regentag aufhellte: Wir saßen zu sechst auf Bambusmatten während die Dame, die die Zeremonie abhielt uns erklärte, wie wir was anstellen müssen, in welche Richtung wir die Trinkschale drehen müssen und wie man den Matcha-Tee (grüner, pulverisierter Tee) aufschlagen muss. Nach einer Demonstration, wie es die Profis anstellen, durften wir dann auch unseren Tee mischen und trinken. Schmeckt ganz okay, nichts für jeden Tag, aber die Präzision und das Geschick während der Präsentation war sagenhaft:

Der Fushimi-Inari-Schrein ist einer DER Touristen-Hotspots Japans und sticht durch eine Besonderheit unter allen anderen Schreinen des Umlandes heraus: Tausende, knallorangene Tore umrahmen den Weg von Schrein zu Schrein, der sich den Berg, auf dem die ganze Anlage liegt, hochschlängelt. Die Tore sind Spenden von Privatpersonen oder Firmen und bieten eine einmalige Kulisse zum Wandern und Fotos schießen. Diesmal waren wir zwar schlauer und kamen früher an als im Bamboo-Grove und konnten so mit Geduld ein paar echt coole Bilder machen (zumindest unserer Meinung nach 😉).

Osaka

Nach den vielen Highlights Kyotos zog es uns circa 50 Kilometer weiter in eines der industriellen Zentren der japanischen Hauptinsel, nach Osaka. Zugegebenermaßen hat die Stadt nicht ganz so viele krasse Highlights wie Tokio oder Kyoto im Aktivitätenkatalog, jedoch wird hier essenstechnisch so richtig auf die Pauke gehauen. Bevor wir uns jedoch in diesem Beitrag auf die in Japan und insbesondere in Osaka gekosteten Leckerbissen stürzen, hier noch ein paar Worte zu unseren Unternehmungen in der Großstadt.
Es existiert eine Shopping- und Essensstraße von solchen Ausmaßen, dass man das Menschenmeer, das da unterwegs ist, kaum auf ein Bild bekommt. Die Rede ist vom „Dotonbori“ – einfach irre dort!

Direkt von dort schlenderten wir zum Wahrzeichen der Stadt, das bei Nacht ein echter Hingucker ist: Das Osaka-Castle. Es war schweinekalt und fast niemand war im Park unterwegs – da wurde der Anblick gleich noch majestätischer:

Wir hatten in dieser Stadt eine ziemlich coole Unterkunft gefunden, die uns nicht nur mit portablem, superschnellem W-Lan (einer Art tragbarem Router) ausstattete, sondern in der wir ganz traditionell japanisch schlafen konnten: Auf Einrollbaren Matratzen, die auf so genanntem Tatami-Fußboden ausgebreitete wurden. Tatami ist hierbei Reisstroh, der zu festen und leicht flexiblen Matten verarbeitet wurde. Eine interessante und nach einer gewissen Gewöhnungszeit angenehme Art des Schlafens. 😊
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Neben den Tatami-Matten hatten wir eine richtige Couch und einen riesigen Fernseher und wir müssen gestehen, dass wir davon beides ausgiebig zum entspannen und Filme gucken genutzt haben. 😊 Die Zeit in Kyoto und Tokio war so schnelllebig und konzentriert, dass diese „Auszeit“ uns richtig gut tat – natürlich auch in Kombination mit dem guten Essen Osakas.

Naschigkeiten aus Fernost

Das Japan ein absolutes Essens-Land ist, wollen wir euch mit einer kleinen Bilderreihe näher bringen. Wir haben hier Beispielsweise berühmte japanische, herzhafte Pancakes gegessen, die sich Okonomyaki nennen. Da werden Zutaten wie Ei, Nudeln und Gemüse  zusammengebracht und auf die Bratfläche geschmissen und am Ende dann mit spezieller Soße garniert – ziemlich lecker!
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In Osaka haben wir viele Dinge zum ersten Mal probiert. Zum Beispiel japanisches Curry mit einer Art saftigem Schnitzel, frittiertem Allerlei namens Tempura, gebratenen Teigtaschen die man Gyoza nennt und das erste Mal so richtig richtiges Sushi. Insbesondere das letzte war krass, denn da gabs nicht nur Thunfisch und Lachs, sondern auch rohe Garnelen, Muscheln und Fischeier oben auf dem Sushi. Herausfordernd ist da beinahe schon ein zu schwaches Wort – die Erfahrung war klasse, aber das Sushi aus den Convenience-Shops hat uns da fast besser geschmeckt.

Die zwei Wochen in Japan vergingen wie ein Fingerschnippen. Dieses Land spricht einfach alle Sinne an und hinterlässt bleibende Eindrücke, die wir sicherlich bis ans Lebensende in unserem Herzen tragen werden. Das Ganze jedoch natürlich in der Hoffnung, noch einmal dorthin zurückkehren zu können, denn eines steht fest: Es gibt dort noch so viel zu erkunden und kennenzulernen, dass einfach nicht bei einem Besuch bleiben kann.

Nach Osaka nahm unser nächster Flug Kurs auf ein völlig anderes Land mit völlig anderer Kultur: Vietnam. Wie wir den Wechsel vom geordneten Japan ins chaotische Vietnam verkraftet haben, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag. 😊

 

 

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